Artikel: Deutsche Bahn baut S-Bahnhof Esslingen-Mettingen barrierefrei aus
DB erhöht Bahnsteige für stufenfreien Ein- und Ausstieg in S-Bahnen • Investition von rund 5 Millionen Euro gemeinsam finanziert von Bahn, Land und VRS • vorübergehend geändertes Fahrplankonzept bei S-Bahn und Regionalverkehr • DB bündelt Baumaßnahmen, um Auswirkungen für Fahrgäste gering zu halten
Hand in Hand für mehr Komfort und Service am S-Bahnhof Esslingen-Mettingen: Die Deutsche Bahn (DB) baut gemeinsam mit dem Verband Region Stuttgart (VRS) die S-Bahn-Station barrierefrei aus. Fahrgäste profitieren künftig von einem komfortablen stufenfreien Ein- und Ausstieg in die S-Bahn. Hierfür werden die beiden Bahnsteige an Gleis 3 und 4 auf die zu den S-Bahnen passende Bahnsteighöhe von 96 Zentimetern über Schienenoberkante angepasst.
Im Zuge der Maßnahme werden an den Bahnsteigen auch die Zugänge sowie die Aufzüge an die neue Bahnsteighöhe angepasst, um einen barrierefreien Zugang zu gewährleisten. Auch das Tragwerk des Bahnsteigdachs wird entsprechend verändert und für eine verbesserte Abdichtung mit einer neuen Dachhaut versehen.
Für mehr Komfort und Service baut die DB an den Bahnsteigen auch ein taktiles Leitsystem für Menschen mit Sehbehinderung ein, installiert neue Beleuchtungsanlagen, neuen Wetterschutz sowie neue Fahrgastinformationssysteme. Darüber hinaus erfolgt eine Anpassung des bestehenden Wegeleitsystems, um eine einheitliche Orientierung für die Fahrgäste zu ermöglichen.
Michael Groh, Leiter Regionalbereich Südwest Personenbahnhöfe der DB InfraGO AG: „Mit der barrierefreien Modernisierung der S-Bahn-Station Esslingen-Mettingen schaffen wir eine zukunftsfähige Infrastruktur, die Komfort, Zugänglichkeit und Service für alle Fahrgäste vereint. Ziel ist es, noch mehr Menschen für die Schiene zu begeistern und somit einen aktiven Beitrag zur klimafreundlichen Mobilität in der Region zu leisten. Die DB bündelt mehrere Baumaßnahmen in den Osterferien, um Auswirkungen für unsere Fahrgäste so gering wie möglich zu halten.“
Dr. Alexander Lahl, Regionaldirektor, Verband Region Stuttgart: „Mit unserer finanziellen Unterstützung beim barrierefreien Ausbau der Bahnsteige in Esslingen-Mettingen leisten wir vom Verband Region Stuttgart einen entscheidenden Beitrag zur Stärkung des ÖPNV und zur Verbesserung des Reisekomforts für alle Fahrgäste. Barrierefreiheit nützt allen Menschen, unabhängig von ihrer Mobilität, und ist daher ein zentraler Pfeiler unserer Verkehrsplanung. In dieser Hinsicht erwarten wir, dass alle beteiligten Akteure mit gleichem Elan und fortlaufender finanzieller Unterstützung diese wichtige Initiative weiter vorantreiben. Damit schaffen wir eine zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur, die Komfort, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit optimal vereint.“
Hans-Georg Sigel, Bürgermeister der Stadt Esslingen: „Ich freue mich darauf, dass wir in naher Zukunft hier in Esslingen-Mettingen einen voll funktionsfähigen, barrierefreien Bahnsteig begrüßen dürfen, der nicht nur den Zugang erleichtert, sondern auch die Lebensqualität für viele Menschen spürbar verbessert. Heute ist ein Tag, an dem wir gemeinsam zeigen, dass wir eine Stadt und Region sind, die niemanden ausschließt.“
Winfried Hermann, Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg anlässlich des Termins: „Der Zugang zum öffentlichen Verkehr muss für alle Menschen einfach sein – dafür brauchen wir stufenfreie Haltepunkte wie in Esslingen-Mettingen. Sie machen klimafreundliche Mobilität attraktiver und erleichtern vielen Fahrgästen den Alltag. Vom barrierefreien Umbau profitieren Menschen mit und ohne Einschränkungen gleichermaßen. Ich freue mich über das Engagement des Verbands Region Stuttgart und der DB InfraGO. Damit arbeiten wir gemeinsam an einer modernen, leistungsfähigen und barrierefreien S-Bahn in der Region.“
Insgesamt investieren Land, VRS und DB ca. 4,74 Millionen Euro in die S-Bahn-Station. Der Abschluss der gesamten Bauarbeiten ist voraussichtlich Ende Juli 2025.
Vorübergehendes Fahrplankonzept für Fahrten von und nach Esslingen-Mettingen
In der ersten Bauphase von Freitag, 11. April, 21 Uhr, bis Montag, 21. April, 21 Uhr, bündelt die DB die Arbeiten mit Weichen- und Gleiserneuerungen auf der Bahnstrecke zwischen Stuttgart-Obertürkheim und Esslingen (Neckar). Deshalb sind die S-Bahn-Gleise in beiden Richtungen gesperrt. Die Züge der S1 fahren im Halbstundentakt und werden zwischen Stuttgart-Bad Cannstatt und Esslingen ohne Halt über die Ferngleise umgeleitet. Die DB setzt Busse als Ersatz ein.
Daran anschließend halten von Montag, 21. April, 21 Uhr bis 03. Mai, 01:30 Uhr, die S-Bahnen der Linie S1 in Richtung Plochingen und Kirchheim/Teck nicht in Esslingen-Mettingen. Reisende von Mettingen in Richtung Esslingen können auf die Buslinie 101 ausweichen. Reisende aus Richtung Stuttgart nach Mettingen fahren bis Esslingen und steigen dort auf den Gegenzug der S1 in Richtung Herrenberg mit Halt in Mettingen um.
In der letzten Bauphase vom 03. Mai, 21 Uhr, bis zum 26. Juli, 01:30 Uhr, können die Züge der S1 zwischen Obertürkheim und Esslingen in beiden Richtungen jeweils auf einem Gleis fahren. Wegen der eingleisigen Streckenführung fahren die S-Bahnen im Halbstundentakt.
Weitere Informationen für Fahrgäste
Die DB bittet für die Arbeiten um Verständnis und empfiehlt Fahrgästen, sich jeweils vor Fahrtantritt in den elektronischen Fahrplanmedien über die aktuellen Verbindungen zu informieren. Auskünfte in Echtzeit gibt es sowohl in der Reiseauskunft auf bahn.de als auch in der App DB Navigator. Da die Verbindungen mit den Ersatzbussen längere Fahrzeiten zur Folge haben, empfiehlt die Bahn ihren Kund:innen zudem, mehr Zeit für die Fahrten einzuplanen und gegebenenfalls eine frühere Verbindung zu wählen. Die S-Bahn Stuttgart hat weiterführende Informationen auf ihrer Webseite Betriebslage.
Informationen zum Programm Schienenoberkante 96 (SO96):
Barrierefreiheit garantiert Mobilität für alle - und die ist in Metropolen wichtig für Klimaschutz und Mobilitätswende. Nachdem die Deutsche Bahn zusammen mit dem Land Baden-Württemberg, den Landkreisen Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg und Rems-Murr sowie der Landeshauptstadt Stuttgart bereits alle S-Bahnhöfe in der Region Stuttgart stufenfrei zugänglich gemacht hat, läuft aktuell die zweite Halbzeit für einen vollständigen barrierefreien Ausbau. Nachdem die Deutsche Bahn zusammen mit dem Verband Region Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg bereits alle S-Bahnhöfe in der Region Stuttgart stufenfrei zugänglich gemacht hat, läuft aktuell die zweite Halbzeit für einen vollständigen barrierefreien Ausbau. Dazu zählt maßgeblich, dass an allen S-Bahn-Stationen auch der Ein- und Ausstieg in die Fahrzeuge niveaugleich möglich ist.
An heute 53 Stationen können Reisende im Stuttgarter S-Bahn-Netz bereits stufenlos in S-Bahnen einsteigen. An 30 Stationen besteht noch Handlungsbedarf, um den Ein- und Ausstieg für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste niveaugleich zu ermöglichen. Gemeinsam mit der Deutschen Bahn plant der Verband Region Stuttgart daher im Programm SO96 die noch nicht aufgehöhten Bahnsteige an den verbleibenden Stationen für einen stufenfreien Zugang in die S-Bahn anzupassen. Im Jahr 2025 soll die vollständige Barrierefreiheit an den Bahnhöfen in Stetten-Beinstein und Esslingen-Mettingen hergestellt werden, zu 18 weitere Stationen bestehen entsprechende Planungsvereinbarungen.