Artikel: Bahngipfel Saarland: Land und DB legen Fokus auf weiteren Infrastrukturausbau und verbessertes Angebot auf der Schiene
Bahn ist wichtiger Arbeitgeber und wirtschaftliche Konstante • Fortsetzung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit bei Sanierung und Modernisierung von Strecken, Bahnhöfen und Technik • Gemeinsame Projekte für attraktiven öffentlichen Personennahverkehr • DB unterstützt Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit in Saarbrücken
Am heutigen Montag haben sich in der Staatskanzlei in Saarbrücken Vertretende der saarländischen Landesregierung und der Deutschen Bahn (DB) zu einem Bahngipfel getroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, Ministerin Petra Berg, dem DB-Vorstandsvorsitzenden Dr. Richard Lutz und DB-Infrastrukturvorstand Berthold Huber standen die wirtschaftliche Bedeutung der Schiene für das Saarland sowie künftige Schwerpunkte beim Ausbau von Infrastruktur und Verkehrsangeboten.
Ministerpräsidentin Anke Rehlinger: „Das Saarland als Land im Herzen Europas braucht eine starke Schieneninfrastruktur mit der entsprechenden Anbindung und Taktung, um diesen Vorteil als Wirtschaftsstandort auch voll ausschöpfen zu können. Es ist gut, dass wir bereits wichtige Vereinbarungen für die Zukunft der Bahn im Saarland auf den Weg bringen konnten, etwa die zusätzliche ICE-Verbindung nach Berlin. Die Schiene ist das stärkste Zugpferd eines modernen ÖPNV. Damit ist jeder Euro, den wir in den Ausbau und die Modernisierung der Bahn investieren, ein handfester Beitrag hin zu einem stärkeren Personenverkehr insgesamt und somit auch für mehr Umwelt- und Klimaschutz. In einen attraktiven Schienenverkehr zu investieren, lohnt also doppelt.“
Ministerin Petra Berg: „Mehr Mobilität bei weniger Verkehr. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir im Saarland ein leistungsstarkes Verkehrsangebot im ÖPNV, das einer umweltverträglichen Siedlungs- und Raumentwicklung dient, gleichwertige Lebensverhältnisse zwischen den städtischen und ländlichen Räumen schafft und durch die Verbindung wichtiger Verkehrsachsen die wirtschaftliche Dynamik erhält. Damit uns das gelingen kann, müssen wir den Bürgerinnen und Bürgern ein flächendeckendes, gut ausgebautes und verlässliches ÖPNV-Netz anbieten. Neben den umfassenden Tarifreformen, die wir auf dem Weg bis zum Deutschlandticket umgesetzt haben, können die Reaktivierung von Strecken im Saarland in Verbindung mit der landesweiten S-Bahn-Taktung sowie die Modellregion genau das bewirken.“
DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz: „Gemeinsam mit dem Land wollen wir die Schiene im Saarland weiter stärken. Dazu gehört, dass wir Bahn und innovative Mobilitätsangebote auf der Straße klug kombinieren, um insbesondere ländliche Regionen besser anzubinden. Die Basis ist eine leistungsfähige Infrastruktur. Mit der anstehenden Generalsanierung des Korridors Forbach–Ludwigshafen und weiteren Projekten treiben wir partnerschaftlich die Sanierung und Weiterentwicklung der saarländischen Eisenbahninfrastruktur voran. Das ist ein wichtiger Pfeiler unseres Gesamtprogramms S3 für eine bessere und zuverlässigere Eisenbahn.“
Die Teilnehmenden des Bahngipfels waren sich einig, dass die Deutsche Bahn eine wichtige Konstante im Saarland ist und bleiben wird. Mit über 2.200 Mitarbeitenden ist die DB einer der größten Arbeitgeber im Bundesland. Allein in diesem Jahr sollen weitere 100 Kolleginnen und Kollegen für den operativen Bereich rekrutiert werden – darunter Kundenbetreuer:innen im Nahverkehr (KIN), Triebfahrzeugführende oder Zugverkehrssteuernde für die Stellwerke.
Noch mehr barrierefreie Bahnhöfe geplant
Unabdingbar für einen verlässlichen Zugverkehr ist die Sanierung und die Weiterentwicklung der saarländischen Eisenbahninfrastruktur. Mit dem Bahnhofsentwicklungsprogramm haben DB, Land und Bund die Modernisierung und die Barrierefreiheit an den saarländischen Stationen erfolgreich vorangetrieben. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Bahnhöfe, u.a. Bexbach, Eppelborn und Sulzbach, barrierefrei ausgebaut. Dank des gemeinsamen Engagements finden heute bereits der Großteil der Ein- und Ausstiege im Saarland an stufenfrei erreichbaren Bahnsteigen statt.
Nahverkehr: Dichtere Taktung und Modellregion für Tür-zu-Tür-Mobilität
Für einen attraktiven öffentlichen Personennahverkehr im Knoten Saarbrücken plant die Landesregierung, den heutigen 30-Minuten-Takt der Regionalbahnen durch einen 20-Minuten-Takt im Sinne eines S-Bahn-Konzepts umzusetzen. Dazu zählen unter anderem die Etablierung der „Stammstrecke“ Saarlouis–Saarbrücken–Homburg (Saar), eine gute Einbindung der zweitgrößten Stadt des Saarlands, Neunkirchen, oder optimierte Umstiege. Das Land und die DB Regio AG haben zudem im Saarland die „Modellregion Integrierte Alltagsmobilität“ ausgerufen, um innovative Konzepte für die Tür-zu-Tür Mobilität zu entwickeln. Die Reaktivierung der Strecke Homburg-Zweibrücken mit der S-Bahn Rhein-Neckar zahlt ergänzend darauf ein, gerade ländliche Regionen künftig noch besser an den ÖPNV anzubinden. Durch die Reaktivierung wird Zweibrücken direkt mit Homburg im Saarland und ohne Umstieg mit Kaiserslautern verbunden.
Die Anbindung des Saarlandes an den Fernverkehr ist national und international seit Jahren stabil. Seit letztem Fahrplanwechsel profitieren die Kundinnen und Kunden des Saarlands neben den sieben bestehenden Zugpaaren von einem zusätzlichen ICE, der Saarbrücken und Berlin ohne Umstieg direkt miteinander verbindet. Erste Hinweise zur Auslastung sind zufriedenstellend.
Generalsanierung für eine leistungsfähige Infrastruktur
Ein weiterer Schwerpunkt des Bahngipfels war die Sanierung und Modernisierung des saarländischen Schienennetzes für einen verlässlicheren Bahnverkehr. Mehr Qualität auf der bestehenden Infrastruktur erwartet die DB durch die Generalsanierung der Strecke Forbach–Ludwigshafen, die dem Nah-, Fern- und Güterverkehr auf der Magistrale Paris–Ostfrankreich –Süddeutschland dient. Bund und DB planen hier unter anderem die Erneuerung von Gleisen und die Sanierung von Brückenbauten. Darüber hinaus modernisiert die DB zahlreiche Bahnhöfe. Zu den Möglichkeiten, im Rahmen der Generalsanierung auch alle Bahnhöfe barrierefrei zu erschließen, stehen Land, DB und Bund im Austausch.
Die DB stellte darüber hinaus die in Planung oder Bau befindlichen Projekte für digitale und elektronische Stellwerkstechnik vor, die nach Inbetriebnahme für einen deutlich effizienteren und wirtschaftlicheren Bahnverkehr sorgen. Die DB begrüßte beim Bahngipfel erneut das geplante Sondervermögen Infrastruktur, weil es notwendige Investitionen in Projekte möglich machen könnte, für die aktuell noch Mittel fehlen. Vor dem Hintergrund der insgesamt besseren Perspektive werden für Projekte wie die Elektrifizierung der Wemmetsweiler Kurve die vorbereitenden Arbeiten wieder aufgenommen und sie für die Realisierung im Rahmen der höheren Investitionsmittel für die Schiene vorgeschlagen.
In diesem Jahr steht zudem ein Highlight auf der Agenda: Am 3. Oktober richtet das Saarland ein Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit aus. Landesregierung und DB haben beschlossen, den Saarbrücker Hauptbahnhof dauerhaft aufzuwerten und unter anderem die Wartezonen und -räume im Erdgeschoss sowie die Gleiszugänge und Personenunterführungen zu attraktivieren. Die Kosten teilen sich DB und Land je zur Hälfte.
Dazu Anke Rehlinger: „Ein Bahnhof bestimmt das Gesicht einer Stadt und ist das Willkommensschild für Reisende. Pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit werten wir den Saarbrücker Hauptbahnhof gezielt auf, um Gästen aus ganz Deutschland einen einladenden und modernen Bahnhof zu präsentieren – ein Symbol für Fortschritt und den Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität.“
Die Teilnehmenden des Bahngipfels werden in regelmäßigen Abständen weiter zusammenkommen und gemeinsam über die Entwicklungen im Saarland beraten.